Lauf der Geschichte

Adolf Eichmann

Adolf Eichmann

Adolf Eichmann wird als der Mann bezeichnet, der die eigentliche Organisation des Holocaust beherrschte. Adolf Eichmann war ein SS-Offizier, der mit größter Sorgfalt die Entsendung von Juden und anderen Gruppen in Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau, Treblinka und Sobibor plante. Solche Arbeit sollte Eichmann den Titel "Chefexekutor des Dritten Reiches" einbringen.


Nachdem Eichmann 1925 das College abgebrochen hatte, arbeitete er als Handelsreisender für die Vacuum Oil Company. Eine solche Arbeit brachte ihn 1930 wieder nach Deutschland zurück. Während seiner Zeit in Deutschland schloss er sich der Gruppe 'Wandervogel' an - einer Gruppe, die in ihren Ansichten antisemitisch war, aber anscheinend geduldet hat, dass Juden in der Bewegung sind. Im Jahr 1932 kehrte Eichmann mit 26 Jahren nach Österreich zurück und trat dort der österreichischen NSDAP bei. Adolf Eichmann wurde am 19. März 1906 in Solingen geboren. Sein Vater war ein einigermaßen erfolgreicher Geschäftsmann, der die Familie 1914 nach Linz in Österreich verlegte. Nachdem er im Ersten Weltkrieg in der österreichischen Armee gedient hatte, zog Eichmanns Vater die Familie 1920 nach Deutschland zurück.

Im April 1932 trat Eichmann der SS-Abteilung der österreichischen NSDAP bei. Im November desselben Jahres wurde er ordentliches SS-Mitglied und zum SS-Mann ernannt. Eichmann diente etwa ein Jahr in Salzburg.

Als Hitler im Januar 1933 an die Macht kam, kehrte Eichmann nach Deutschland zurück und beantragte den Vollzeitbeitritt zur deutschen SS. Sein Antrag wurde angenommen und Eichmann im November 1933 in die Verwaltung des KZ Dachau bei München berufen.

1934 beantragte Eichmann die Aufnahme in die Sicherheitspolizei und seine Versetzung wurde im November 1934 angenommen. Er arbeitete in der Zentrale des SD in Berlin. Seine Tätigkeit als Administrator wurde schnell erkannt und 1937 als SS-Untersturmführer beauftragt.

Nachdem Eichmann nach dem Anschluss im Jahr 1938 in Österreich gearbeitet hatte, wurde er von hochrangigen SS-Offizieren ausgewählt, um das Zentralamt für jüdische Verwaltung in Österreich zu gründen, eine Organisation, die eingeführt wurde, um Juden aus Österreich auszuweisen / zu deportieren, nachdem sie ihr Eigentum und ihren Reichtum verlassen hatten ins Dritte Reich. Eichmann hat einmal mehr sein Organisationstalent unter Beweis gestellt. Zu dieser Zeit machte Eichmann eine Studie über das Judentum, die dazu führte, dass er extreme antisemitische Überzeugungen formulierte.

Zu Beginn des Krieges im Jahr 1939 arbeitete Eichmann im Amt für jüdische Auswanderung. Er hatte 1937 Palästina besucht und Kontakte zur zionistischen Bewegung geknüpft, um die Deportation von Juden aus dem von den Nazis kontrollierten Europa zu beschleunigen. Ende 1939 erstreckte sich Eichmanns Arbeit über das gesamte nationalsozialistische Europa, und 1940 wurde er zur Gestapo versetzt.

1941 wurde Eichmann zum Obersturmbannführer befördert und zum Kommandeur der Jüdischen Abteilung der Gestapo ernannt. Im Januar 1942 nahm Eichmann auf persönliche Einladung von Reinhard Heydrich an der berüchtigten Wannseekonferenz teil. Eichmann nahm sich das Protokoll bei dieser Besprechung. Auf dem Wannsee-Treffen wurde die „Endlösung“ beschlossen und Eichmann zum „Transportadministrator“ ernannt. Es sollte Eichmanns Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass der Bahntransport zur Verfügung stand, um die Juden und andere Gruppen in die expandierenden Vernichtungslager in Polen zu schicken. Er führte seine Aufgabe mit Eifer aus, und es wird berichtet, dass Eichmann gelegentlich gerühmt wurde, er habe 5 Millionen Juden wegen der Effizienz des von ihm kontrollierten Schienennetzes in den Tod geschickt.

1944 wurde Eichmann nach Ungarn geschickt, nachdem die Nazis das Land besetzt hatten. Durch die Nähe Ungarns zu Auschwitz-Birkenau war ihr Schicksal besiegelt, als Eichmann ankam, um seine neue Aufgabe zu übernehmen. Bis zu 400.000 ungarische Juden wurden nach Auschwitz geschickt.

1945, als sich der Krieg gegen Nazideutschland wandte, tat Eichmann, was er konnte, um sich zu schützen. 1944 war er als Reserveoffizier in die Waffen-SS berufen worden. Dies bedeutete, dass er jederzeit an die Ostfront gerufen werden konnte. 1945 floh Eichmann aus Ungarn und ging nach Österreich, um sich zu verstecken. Obwohl er von den Amerikanern festgenommen wurde, gab er ihnen einen falschen Namen und wurde als demobilisierter deutscher Soldat entlassen. 1947 konnte Eichmann Deutschland verlassen und zog nach Südamerika.

1947 verließ Eichmann Europa als "Ricardo Clement" und flog nach Buenos Aires in Argentinien. Er war mehrere Jahre in verschiedenen Berufen tätig, vom Wasseringenieur bis zum Kaninchenbauer.

1960 erfuhr der israelische Geheimdienst (Mossad), dass "Ricardo Clement" Adolf Eichmann war. Am 21. Mai 1960 wurde Eichmann im Rahmen einer verdeckten Entführungsoperation des Mossad nach Israel gebracht. Er stand in Israel unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht.

Eichmanns Prozess begann am 11. Februar 1961. Neben Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde Eichmann wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk angeklagt. Der Prozess wurde weltweit live übertragen. Eichmanns Verteidigung war, dass er nur Befehle einer höheren Behörde befolgt hatte. Die drei Richter akzeptierten dies nicht und er wurde unter allen Anklagen für schuldig befunden. Am 15. Dezember 1961 wurde Eichmann zum Tode verurteilt und am 1. Juni 1962 wenige Minuten nach Mitternacht erhängt. Sein Körper wurde eingeäschert und seine Asche auf See verstreut.

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