Die Gestapo

Die Gestapo (GeheimeStaatspolizei) war die gefürchtete Geheimpolizei der Nazideutschland. Während des Zweiten Weltkriegs stand die Gestapo unter der direkten Kontrolle von Heinrich Himmler, der alle Polizeieinheiten im nationalsozialistischen Deutschland kontrollierte. Der erste Leiter der Gestapo war Rudolf Diels, aber die Gestapo wurde größtenteils von Heinrich Müller geführt. Die Gestapo handelte außerhalb des normalen Gerichtsverfahrens, hatte eigene Gerichte und fungierte effektiv als Richter, Geschworene und Henker.

Die Hauptaufgabe der Gestapo bestand darin, die als Bedrohung für das nationalsozialistische Deutschland geltenden Personen zu ermitteln. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren dies Juden, Kommunisten, Zeugen Jehovas und Homosexuelle - im Grunde genommen alle, von denen man glaubte, dass sie die Hegemonie der NSDAP in Deutschland herausfordern würden. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs betraf die Gestapo das besetzte Europa mit zwei Hauptaufgaben. Die erste bestand darin, Juden und andere Untermenschen zu jagen, während die zweite der Bedrohung durch Widerstandsbewegungen begegnete.

Die größte Waffe der Gestapo war die Angst, die sie erzeugte. Logik sagte, dass die Gestapo einfach nicht überall sein konnte und es jetzt akzeptiert wird, dass in einigen Orten innerhalb Deutschlands es bestenfalls dünn verbreitet wurde. Die Wahrnehmung der deutschen Bevölkerung war jedoch, dass es überall war und dass man niemandem trauen konnte. Es gab die Annahme, dass die Gestapo Sie beschaffen würde, wenn Sie den Staat überqueren würden. Ihre Methoden im Umgang mit Personen, die sich in „Schutzhaft“ befinden, wurden - absichtlich - gut bekannt gemacht, da dies die Botschaft verstärkte, dass eine Person dem Staat gegenüber vollkommen loyal sein sollte. Wenn die Gestapo das Bedürfnis verspürte, jemandem, den sie festgenommen hatte, den Anschein zu erwecken, den rechtlichen Prozess zu durchlaufen, benutzte sie das gefürchtete Volksgericht. Hier war ein Todesurteil fast garantiert, besonders wenn Roland Freisler der vorsitzende Richter war.

Wie so vieles in der Hierarchie des nationalsozialistischen Deutschlands hatte die Gestapo eine Geschichte von Machtkämpfen derer, die sie kontrollieren wollten, und der Macht, die sie hatte. In seinem ersten Kabinett hatte Hitler Hermann Göring die Kontrolle über Preußen übertragen. In dieser Eigenschaft übernahm Göring die Kontrolle über die Polizei in Preußen und baute die kleine und kürzlich gegründete Gestapo ein, die bis zu diesem Zeitpunkt Teil der von Himmler geführten SS gewesen war. Göring wollte die Kontrolle über eine einheitliche deutsche Polizei haben. Himmler hatte einen identischen Anspruch. Göring richtete in Gebäuden an der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin das Zentrale Sicherheitsbüro des Dritten Reiches ein. Er machte einen seiner Schützlinge, Rudolf Diels, zum Chef der Geheimpolizei. Auf diese Weise hoffte Göring, seinen "eigenen Mann" in einer sehr wichtigen und potenziell sehr mächtigen Position zu haben. Zu dieser Zeit hatte Diels die offizielle Position des Abteilungsleiters 1A in der dem Innenministerium angegliederten preußischen Geheimpolizei inne. Aus dieser Abteilung ist die Gestapo geworden.

Im April 1934 setzte Hitler Himmler die Kontrolle über eine vereinte Polizei. Da Diels einer von Görings "Männern" war, entließ ihn Himmler, nachdem er ihm vorgeworfen hatte, er sei zu weich für die Arbeit. Himmler ersetzte Diels durch Heinrich Müller, der einer von Himmlers Assistenten in München gewesen war und ihm absolut treu war. Unter Müller erlangte die Gestapo ihren Ruf für Effizienz und Brutalität. Ihre Aufgabe war einfach: jeden zu jagen, der des Verrats an Hitler verdächtigt wurde. Dies schloss jeden ein, der Witze über Hitler erzählte oder sogar den Geburtstag von Wilhelm II feierte, da dies als Beweis für jemanden angesehen wurde, der mit dem Monarchismus und nicht mit dem Nationalsozialismus sympathisierte.

Die Gestapo hatte die Macht, zu verhaften, zu verhören und einzusperren. Über die Vorgänge in den Kellern in der Prinz-Albrecht-Straße durften Geschichten kursieren. In diesen Geschichten steckte viel Wahrheit und sie dienten dazu, die Öffentlichkeit unter dem Daumen der Behörden zu halten, so groß war die Angst, die diese Gerüchte hervorriefen.

In Teilen des besetzten Europas benutzten sie Staatsangehörige, die mit Hitler und der NSDAP einverstanden waren, um ihre Arbeit zu erledigen. Dies gilt insbesondere für das besetzte Norwegen und Frankreich. In Frankreich hat die Milice mit der Gestapo zusammengearbeitet, um Widerstandsgruppen aufzuspüren. In Osteuropa hat die Gestapo ihren Beitrag zum Holocaust geleistet. Gestapoagenten jagten nach Juden, die einer allgemeinen Verhaftung entkommen sein könnten. In Westeuropa ermordeten Angehörige der Gestapo Kriegsgefangene, die nach der Genfer Konvention geschützt waren.

Bei den Nürnberger Prozessen wurde die Gestapo zur kriminellen Vereinigung erklärt. Das Internationale Tribunal führte die Gräueltaten auf, mit denen die Gestapo in Verbindung stand. Heinrich Müller wurde nie vor Gericht gestellt. Was mit ihm passiert ist, ist nicht sicher. Einige sagen, er sei in den letzten Tagen der Schlacht um Berlin getötet worden, während andere glaubten, er sei nach Kriegsende, als er unentdeckt lebte, nach Südamerika abgereist.

August 2012


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